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Country-Freunde suchen Vereinslokal, weil im FSV-Stadion kein Platz mehr ist!

Für Promis und Geschäftsleute ist die VIP-Lounge im FSV-Stadion am Bornheimer Hang künftig reserviert. Auf der Strecke bleiben die Country-Freunde Rhein-Main. Sie müssen ihr Vereinslokal räumen.

Bornheim/Ostend. Die Enttäuschung ist groß bei Peter Baumgart, dem Mitbegründer und Vorsitzender der Country-Freunde Rhein-Main (CFRM). Und guter Rat ist teuer. Immerhin steht der Club im Zuge des Umbaus des FSV-Stadions plötzlich ohne sein Vereinslokal da. Zwar konnte für die monatlichen Live-Konzerte kurzfristig Ersatz in der Dieselstraße am Osthafen gefunden werden. Ein Vereinslokal für die wöchentlichen Probenabende der Linedancer oder abendliche Treffen hat der CFRM bislang aber nicht mehr.

Lange war für uns unklar, was passieren würde», erklärt Peter Baumgart. Ärgerlich für die Country-Freunde sei gewesen, dass die fertigen Umbaupläne schon lange in der Schublade gelegen hätten. «Jeder wusste Bescheid. Nur wir nicht.» Erst vor zwei Monaten kam die Kündigung, für Ende September. Doch zur VIP-Lounge umgebaut wurde der Texas-Saloon bereits zum Eröffnungsspiel des neuen Stadions am 16. Juli, bei dem der FSV gegen Werder Bremen antrat (wir berichteten).

Zu spät benachrichtigt

Bei rechtzeitiger Benachrichtigung hätte der Verein schon 2008 ein neues Vereinslokal suchen können, wäre von der Entwicklung nicht so überrascht worden, ärgert sich Baumgart. «Aber so saßen wir mit unseren Konzerten mitten in einer Baustelle.» Lange habe er gehofft, dass die Haupttribüne nicht abgerissen oder umgebaut werde, dass der Texas-Saloon erhalten bliebe. «In der neuen Planung sind wir aber nicht mehr vorhanden.

 

Konzerte mit Kultstatus

Schon am vergangenen Sonntag musste das Monatstreffen , bei dem erstmals die amerikanische New Country-Band «Modern Earl» beim CFRM auftrat, auf das Gelände des Gasthaus Jahnfolk in der Kirschwaldstraße verlegt werden. Endgültig zu Ende geht für Country-Freunde aus Frankfurt und Umgebung die Zeit im Texas-Saloon dann am Samstag, 12. September. An diesem Tag stehen die Räume in der Haupttribünen des Stadions am Bornheimer Hang zum letzten Mal zur Verfügung. Seit der CFRM-Gründung gab es dort im Vereinslokal einmal pro Monat Livekonzerte, erst in der Flinsch-Straße und seit dem 5. August 2001 im FSV-Stadion am Bornheimer Hang. Mittlerweile genießen die Konzerte bei Countryfans Kultstatus.

Allerdings fühlt sich Baumgart jetzt vom Fußball-Zweitligisten abserviert. Vor einigen Jahren sei der FSV noch froh gewesen, einen Pächter für die Gastronomie gefunden zu haben. «Für einen Verein ist das nicht immer leicht.» Die Lizenz hat bis heute der zweite Vorsitzende des CFRM, Michael Eckert. «Die vom ersten Tag an tolle Stimmung färbte auf die Musiker ab. Man merkte: Sie gaben sich richtig Mühe, spielten gerne hier.» Allerdings: Ohne zahlreiche Sponsoren und ein finanzielles Entgegenkommen der Bands wären die monatlichen Treffen nicht möglich gewesen, bedankt sich Baumgart bei den Künstlern. Umso enttäuschter sei er, dass der FSV die Musikfreunde nun so sang und klanglos loswerden will.

Für die monatlichen Live-Konzerte sei der Umzug in die Daimlerstraße zwar kein großer Nachteil, betont Baumgart. «Bei der Catering-Firma Avanti haben wir einen größeren Saal als bisher.» Werktags essen dort Arbeiter und Angestellte aus dem Hafengebiet zu Mittag. «Natürlich bedeutet das mehr Aufwand. Wir müssen vor jeder Veranstaltung alles aufbauen, müssen den Saal dekorieren», sagt Baumgart. Der Texas-Saloon hingegen hatte im Laufe der Jahre ein ganz eigenes Flair aus Flaggen, Bildern, Fotos, Cowboy-Hüten und anderen Utensilien entwickelt. «Im Sommer konnte man auf die Terrasse gehen. Das hat uns oft gerettet, sonst wären bei heißem Wetter wohl kaum Leute gekommen», weiß Baumgart.

Suche bislang vergebens

Zum jährlichen Sommerfest hinter der Haupttribüne pilgerten meist weit mehr als 600 Besucher. Zum Tanzen hingegen sei das längliche Lokal im Stadion mit der kleinen Bühne nicht ideal gewesen. Und im Osthafen gebe es endlich auch genügend Parkplätze. Gleichzeitig suche der Verein aber auch ein neues Vereinslokal. Denn das Training der Linedancer sollen auch künftig weitergehen können, sagt Baumgart. «Deshalb sind wir auf der Suche, bislang erfolglos.» Über Tipps und Hilfe wäre Baumgart froh.

Die Monatstreffen mit Live-Musik beginnen immer am ersten Sonntag im Monat um 14 Uhr. Am 1. November ist die Band Louisiana zu Gast. Im Dezember fällt das Monatstreffen allerdings aus. Dann steigt nämlich im Bürgerhaus Bornheim in der Arnsburger Straße 24 wieder die alljährliche stattfindende große Country-Nacht des Vereins mit der Cripple Creek Band, Kevin Henderson, Doug Atkins sowie One More Ride. hau

 

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